Sri Lankas Christen Zielscheibe des Hasses

07.09.2009 - 21:28 Uhr

Seit dem Sieg der Armee über die tamilischen Rebellen im Mai werden die Christen auf Sri Lanka vermehrt attackiert. Laut der Evangelischen Allianz Sri Lankas wurden Angriffe in Westen, Süden, Norden und im Zentrum des Inselstaats gemeldet. Am 28. Juli zündeten Feinde der Christen eine Pfingstkirche in Norachcholai an.

 

Im Westen Sri Lankas besuchten ein Pastor und seine Frau ein Gemeindeglied im Dorf Radawana. Da versammelte sich ein 50-köpfiger Mob vor dem Haus und schrie, fortan würden keine christlichen Aktivitäten im Ort mehr geduldet. Die aufgebrachte Menge hinderte die Besucher am Verlassen des Hauses; der Pastor wurde geschlagen und mit Kuhdreck überschüttet. Erst nach zwei Stunden, nach wiederholten Anrufen, erschien die Polizei und verhaftete drei Personen. Sie wurden später freigelassen.

 

Kuhdreck, Spucke...
Am 28. Juni hatten über 100 Personen, darunter buddhistische Mönche, das Haus einer evangelischen Pastorin im selben Dorf umringt. Sie und ihr Mann waren ausser Haus, doch die 13-jährige Tochter musste zusehen, wie der Mob einbrach und Stühle und andere Möbel zerschlug. Die Eltern, die von der Attacke hörten, bemühten sich um einen raschen Polizeieinsatz, doch der Mob hatte sich bereits verlaufen, als die Beamten eintrafen.

 

Die Pastorin wurde am 11. Juli zum zweitenmal vorgeladen; als sie zur Polizeistation kam, wurden sie und andere Pastoren von wütenden Einheimischen angespuckt. Später musste die Frau in Gegenwart von buddhistischen Mönchen und anderen Gegnern des Christentums ein Dokument unterzeichnen, womit sie sich verpflichtete, Gottesdienste nur noch für Familienmitglieder durchzuführen.

 

....Morddrohungen und buddhistische Sprüche
In der Region riss ein Mob am 14. Juli Stützen eines Neubaus um. Der Bauherr Sanjana Kumara fand eine Ruine vor, als er zum Bauplatz kam. Er hatte am 6. Juli den Pastor und Freunde aus seiner Gemeinde eingeladen, den Bau zu segnen. Während des Gebets tauchten 30 Personen auf dem Grundstück auf und forderten, mit dem Gebet aufzuhören. Kumara wurde mit dem Tode bedroht. Zwei Tage später stellte er fest, dass Werkzeug gestohlen worden war. Die Diebe hatten einen buddhistischen Segensspruch hingemalt.

 

In Markandura kam es am 12. Juli zu einer Attacke mit Schwertern. Mehrere Christen wurden ernsthaft verletzt und mussten sich im Spital verarzten lassen. Am 5. Juli drang ein Mob, darunter einige Dutzend buddhistische Mönche, in eine Pfingstkirche in Dickwella ein. Die Christen wurden ultimativ aufgefordert, die Gottesdienste einzustellen. Sri Lankas Religionsstatistik verzeichnet knapp 70 Prozent Buddhisten und je 6-7 Prozent Muslime, Hindus und Christen.

 

Berichte der Evangelischen Allianz Sri Lankas über Vorfälle

Quelle: Livenet / Compass Direct

Autor: Peter Schmid

Datum: 07.09.2009